Donnerstag, 18. November 2010

Rücktrittbremse Deutschland

Eine der lustigsten Eigenschaften der Deutschen ist, dass sie über und gegen alles klagen. Auch vor Gericht.

Und da wird es dann lustig, denn Gerichtssprüche haben mehr Gewicht als so manches Gesetz. Was liegt also näher als endlich mal zu klagen? Nix.

So gibt es dann auch endlich mal laut der Tagesschau eine Entscheidung, auf die wir schon lange gewartet haben:

Kommunen dürfen Fahrradfahrer nur in besonderen Fällen zwingen, Radwege zu nutzen - und zwar dann, wenn es an der Stelle eine größere Gefahr gibt, die das normale Risiko des Straßenverkehrs "erheblich übersteigt".

So weit, so gut geradelt. Da die Deutschen nix Anderes zu tum haben, als sich über Fahrradfahren zu streiten. Wird dies auch schön intensiv diskutiert. Schaus du hier. Mehr fällt den Deutschen auch nich ein. Mir auch nich mehr zum Deutschtum.

Ach, doch: Ich hab gerade nen Platten...

Samstag, 13. November 2010

Rächschraibongk

Wer mein blog liest, weiß dass keinen gesteigerten Wert auf auf die normierte Rechtschreibung lege ich Anhänger des Axel Deutsch bin. Substantivierungen werden gern groß geschrieben, Komposita Kettensubstantive werden gerne getrennt geschrieben, müssen das aber nicht und und und...

Eine Rechtsprechreform halte immer noch für wichtiger als eine Rechtschreibreform.

Und nachwievor gilt: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie auch behalten.

Punkt.

Donnerstag, 11. November 2010

Emmerlev Klev

Der vergangene Sonntag machte seinem Namen alle Ehre. Eine spontane Tour nach Emmerlev Klev war mehr als nur Sonne. Ein hartes Kontrastprogramm zu allen novembergrauen depressiven Stimmungen ;-)

Eben mal noch vor Mittag losgefahren, war es eine beeindruckende Tour an die dänische Westküste. Obwohl es Sonntag war und damit viele die Natur suchen, waren die Menschen, die mir dort begegnet sind, an zwei, drei Händen abzuzählen. Und das war und ist auch gut so.

Die Steilküstenlandschaft Emmerlev Klev hat sich in den letzen Jahren sehr verändert. Viele Stellen sind weggebrochen und die Botanik hat sich über den Steinstrand beeindruckend hergemacht. Wie dies innerhalb nur weniger Jahre erfolgen konnte, ist schon beeindruckend

Beeindruckend war zu dem das mehrfache Aufsteigen eines gigantischen Schwarms von Gänsen. Sie stiegen von ihrem Rastplatz hinter einer Düne auf und kehrten dann in kleinen Teil Schwärmen wieder zurück. Mein Eindruck war jedoch, dass lediglich ein kleiner Teil wieder zurückkehrte. - Bis zum Sonnenuntergang. Dann begaben sich erneut sich erneut abertausende von Vögel in das Wattenmeer. Tief über dem Wasser fliegend um dann gemeinsam zur Nahrungssuche zu wassern. Gigantisch... gigantisch schön...

Ich musste in der Situation neben dem Genießen und sich zu Hause fühlen auch an eine Frage in meine Examen erinnern, ob das Wattenmeer nicht von den Vögeln leergefressen werden kann...

Der Sonnenuntergang bannte mich an die Westküste. Ich kenne das sonst nur aus meiner präferierten Urlaubsgegend. Ich konnte mich davon nicht mehr lösen, auch wenn die untergehende Sonne die Temeraturen drastisch senkte.

DerSonnenuntergang lockte plötzlich noch acht bis zehn Autos am Parkplatz direkt am Wasser an. Immerhin sind die Meisten ausgestiegen...

Kurios wird es dann, wenn einem dann Menschen undistanziert bzw. wie die sprichwörtlichen Lemminge folgen. Und dann aber den Weg abbrechen - weil sie kein passendes Schuhwerk dabeihaben ;-)

Auf der Rücktour durch Tønder wollte ich den Tag perfekt ausklingen lassen. Doch leider war die Schwimmhalle schon dicht. Schade, das wäre der perfekte Abschluss eines genialen Tages gewesen. Aber auch so war eine angenehme Fahrt an die andere dänische Küstenseite nach Flensborg :-)

- Bilder gibt übrigens hier.

Donnerstag, 4. November 2010

Rückkehr in meine Jugend

In den letzten Tagen/Wochen hab ich nicht viel nach Außen schauen können, mein Uni Abschluss war wichtiger. Bei der Durchsicht eines Stapels von Zeitungen fiel mir in der Deutschlandausgabe der FR von 2010-11-01 folgende Meldung in der Rubrik Hessen ins Auge:

Mofa gegen Streifenwagen
Wilde Verfolhgungsjagd

Ein junger Mann in Limburg hat sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Mann sei aufgefallen, weil er keinen Helm getragen habe, so die Polizei am Samstag. Statt anzuhalten sie er mit dem Mofa quer über einen Zebrastreifen, einen Gehweg und eine Wiese geflüchtet. Die Streife folgte ihm mit dem Auto auf einen Bolzplatz; hier entkam der durch einen engen Weg. Später fanden die Beamten das Mofa, der Fahrer war in der Nähe. Das Kräftemessen zu Fuß entschieden die Polizisten dann für sich. Das Mofa erwies sich als gestohlen.


Göttlich. In Hessen scheint auch nicht mehr los zu sein als wilde Mofaverfolgungsjagden... Anders kann ich die Relevanz der Meldung nicht einordnen.

Zu dem muss ich bei der Meldung mehr als nur schmunzeln: Wie war das doch damals?

Der Weg zur Oberstufenschule OSGO führte nur um den Baunsberg rum. Der Baunsberg musste entweder flach über Mattenberg oder hoch und runter über Nordshausen mit der KTM MS 50 umrundet werden. Keine Frage, der Weg über Nordshausen war einfach kürzer. Und geiler, weil das Gefälle nach Nordshausen selbst meinem nicht getuneten gedrosselten Mokick zu ungeahnten Geschwindigkeiten verholfen hat...

Und was hatte wir noch Anfang der 80er? Genau, eine tolle Tramp Kultur. Und H musst ja auch aus unserem Dorf raus. Musste eben oben ohne gehen. Ohne Helm. Ging ja auch. Gut bis nach Nordshausen rein. Schon Kacke unvorteilhaft, wenn man dann die Bullerei Sherifs an den Hacken hat.

Also ab durch die Kleingärten... Ich verkneif mir die Aufzählung von Bürgersteig, Zebrastreifen und sonsigen befriedenten Bewegungen etc. Gab dann auch Ruhe. Nix Grünes mehr zu sehen. Für kurze Zeit aber nur... Kurzerhand: Mustergültig von den Sherifs gestellt. Hat mich dann schlappe 10 Mark gekostet. Und nen kräftige Anschiss vom Chef der Dorfsherifs.

Für die Sherifs ist es allerdings teuerer geworden. Zwar hatten sie den Auftrag mich nomma zusammenzufalten, was das oben ohne angeht. Hatten die aber kein Lust mehr zu.

Die Dorfsherifs hatten ein kleinen Fehler gemacht, den ich schriftlich beim Obersherif niederlegen musste. Auch wenn ich später erfahen habe, dass er davon keinen Gebrauch gemacht hat. Weder bei seinen Sherifs noch bei mir. War wohl mehr ne Disziplierungsmaßnahme in meine Richtung, denn Aussage.

Nein, es ging um das Angebot der Sherifs. Diese meinten mir gegenüber, dass ich auf ihre Anweisung hin unbedingt zu halten habe. So weit gut. Wäre jedoch parallel zu meiner Flucht ein Banküberfall und es würde heißen, die bewaffneten Täter wären auf einem Mokick geflüchtet, hätte sie auf mich schießen müssen.

Interessantes Angebot, interessante Position und Haltung...
Hat mich damals allerdings nicht weiter beeindruckt. Im Gegensatz zum Chefsherif. Dem ging das über die Hutschnur und veranlasste ein unschönes dienstliches Gespräch... Ich fand es mehr abstrus bis komisch. Bis ich schlappe zwei Jahre später wirklich mal in eine polizeiliche Knarre im Anschlag habe blicken dürfen... Wirklich beeindruckend. Aber nicht unbedingt eine Muss Erfahrung, um Vertrauen in diesen Staat (als junger Mensch) zu bekommen. - Im Übrigen eine Position, die mich mit dem Chefsherif auch beim regelmäßigen gemeinsamen Abendbrot inhaltlich immer verbunden hat.

Das Ganze oben ohne Gefahre war weder damals noch ist es heute eine Nachricht wert.

Jagdszenen aus Niederbayern ähhh, Jagdszenen in Hessen haben schon einen besonderen Charme. Damals und heute.

Montag, 1. November 2010

Aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Ich habs heute noch gar nich fassen können: Ein (Lebens-) Abschnitt ist zu Ende gegangen.

Hat etwas länger gedauert; aber ich habs dann doch gemerkt. Das Gefühl nicht mehr ein Mensch zweiter Wahl 'im Betrieb' zu sein. Das tut gut. Und mehr.

Ein erster Rückblick. Was war in den letzten Wochen vor dem Abschluss? - Eine klasse Zeit in Dänemark und ein Hammer Konflikt im Betrieb. Der auch noch - wenn auch wesentlich verändert - weiterläuft.

Aber auch das hat es gegeben:
  • eine Mutter, die immer zu einem hält
  • S, der mir nich nur nen Job gegeben hat und gemeinsam mit W mir Hilfe auch materieller Art angeboten hat
  • S der mir mal wieder erneut gezeigt hat, was Freudschaft ist
  • nämlich auch E klare Worte mir zu kommen zu lassen - ich brauch diese Menschen mit (mehr) Lebenserfahrung...
  • die Spiele in der Campushalle
  • S nicht nur beim Fußball Schauen in der Kneipe zu treffen...
  • meinen Mitbewohner W unseres Hauses
  • das Wiederaufeinanderzugehen von D und A
  • H, der sich einfach mal nen Abend Zeit genonmmen hat und auch Jazz nicht nur genießen, sondern auch leben kann
  • von G ins Kino geschickt zu werden
  • ein mich sehr berührender Besuch von D und M
  • eine SMS von A, die ich nicht erwartet habe
  • und auch meine Prüfer G und M, die das gemacht haben, was mir ein Vorbild sein soll: Ein Ziel (in der Prüfung) zu haben...
  • die wiedergeholte Unterstützung von G und kontinuierlichen Stützen B und M aus der Adminstration
  • S, die nicht nur das Institut administriert, sondern viel, viel mehr tut...

- Ach, ich könnte noch viele, viele Leute aufzählen, die Gutes getan haben und tun.

Es war einfach schön heute mal wieder Leuten zu danken und auch ihnen eine kleine verdiente (verbale) Anerkennung zu geben.

- Und am Abend im Radio einen top Konzertmitschnitt von Ellie Goulding zu hören. Und zu genießen.... Jaaaahhhhhh...
Morgen steht eine Präsentation in Norderstedt an. Es geht weiter. Aber mit ner formellen Lizenz zum Handeln. Und das tut auch gut so.

;-)

Sonntag, 31. Oktober 2010

Goethe!? Wegsehen!

Je mehr ich lese, desto mehr gefällt mir 'Goethe sein Werther`;-) Zur Ehre meiner Prüfung am Montach hab ich mir Samstach nomma den aktuellen Goethe! Film im Flensburger Kinoplex gegönnt.

Um es vorweg zu nehmen: Ich hab schomma zwei Karten für nen Film - gegen den ausgesprochenen deutlichen Willen des Filmvorführers - vorbestellt und wir saßen dann auch in trauter Zweisamkeit in diesem Film... Goethe! hatte immerhin am Samstachahm schlappe fünf Rezipienten im Flensburger mainstream Kinotempel. Mehr hat der Film auch nicht verdient.

Ich lass ma die Unsumme von historischen Verklitterungen weg (Namen, Lotte war bereits verlobt, die erste Veröffentlichung war anonym etc...). Einiges - aber lange nicht alles - lässt sich als künstlerischere Verdichtung noch rechtfertigen...

Zentral in diesem Film ist die Figur Lotte. Und damit wäre auch das zentrale Problem des Films beschrieben. Ich muss ja nicht unbedingt auf diesen Frauentypus stehen, aber sie ist schon eine ziemlich attraktive geile Figur Frau. Da darf dann auch nicht die klassische Erotik Szene im Regen fehlen. Und ihr muss so natürlich das klassische rosamundepilcherartige Aneinadervorbeilaufen vorausgehen. Das hat nix mehr mit Liebe oder Romantik zu tun - schon gar nicht mit Sturm und Drang. - Wird im Film auch nur als Slogan im Zusammenhang des Gelages Genusses geistiger Getränke reingeschleudert.

Ich stehe noch immer nicht im Verdacht die Speerspitze einer feministischen Bewegung zu sein. Bei Goethe! wird Lotte jedoch in einer einzigartig verkärenden Mischung aus 1772er Springinsfeld und geiler Frau der heutigen Zeit dargestellt. Allein die weit ausgesschnittenen Kleider besagen mehr über das Frauenbild des Regisseurs und der Produzenten und ihrer Intention den Film zu drehen. Das sieht ja alles ganz schön aus; hat aber mit Goethe und seiner Zeit nix mehr zu tun. Wenn er Film in der Originalzeit spielt, so muss der Anspruch auch sein, die Figuren authentisch zu gestalten. - Ich reiß das Thema hier nur an...

Gesellschaftliche Aspekte des Sturm und Drang werden nicht herausgearbeitet. Der Film bietet lediglich eine Reduktion auf Liebesprobleme, eine absolut unglaubwürdige Vater Sohn Beziehung und PC animierte Kuluissen an.

Was hat mir gefallen? Eine gute Unterhaltung ohne Schwere, der Appell an das unglückliche und romatische Liebesleben, dass wir nahezu alle kennen, und eine solide handwerkliche Leistung (Animation, schöne Matschstraßen, wenn auch hauptsächlich für die Kutschen, das Eintauchen in eine Geschichte ist auch gut gelungen - und vor Allem: Das Bedürfnis zu Lesen...

Fazit: Viel Licht (für die Aufnahmen), aber mehr Schatten (inhaltlicher Art). Ich würde den Film nicht zur Thematisierung der Werther Thematik einsetzen. Da gibt es bessere Mittel: Punktuelle Arbeit am Original Text, Rollenspiele, kreatives Schreiben, Stellen, ...
Ja selbst Harry und Sally bieten mir da bessere Möglichkeiten an. Es ist ein verzichtbarer Film. Punkt.

P.S.: So. Mein Rotwein is alle; ich geh ma ins Bett; nachher is Liguistik Vorbereitung angesagt. Warum gibs hierzu eigentlich keinen Film (im Kinoplex)? Aus Sicherheitsgünden???
;-)

P.S.S.: Wenn ich richtig gesehen habe, bedankt sich Regisseur Philipp Stölzl im Abspann bei seinem Deutschlehrer. Das war die Szene im Film, bei der ich laut lachen musste... Ich bedanke mich lieber bei meiner Deutschlehrerin Friederun Passolt und guten Literatur Lehrenden an der Uni Flensburg. Ihr habt im Gegensatz zu Philipp eins bei mir geschafft: Perspektiven aufzeigen zu können ...
;-)

Samstag, 30. Oktober 2010

Aus und in dem Häuschen

Überraschungen treffen einen immer dann, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Und so traf es ich dann heute: Besuch stand vor der Tür...

Passte eigentlich gar nicht. Aber was nicht passt, wird passend gemacht... also rein in die Hütte! Und so hab ich ihn genossen. Zu sehr, denn er hat mich nachdenklich gemacht, auch und weil ich mich über ihn soooooooo seeeeeehr gefreut habe. Vielen Dank, D und M!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Es ist ein Glücksfall...

... einen guten Mitbewohner im Haus zu haben. Bei dem Distanz und Nähe stimmen. Und von dem ich mir noch Vieles abschauen kann. Genauso wie mit ihm in den Diskurs zu gehen.

Und gemeinsam leiden zu können. Denn unsere - unterschiedlich favourisierten - Teams sind im Pokal rausgeflogen. Das ist hart...

;-)

AJs verden

Danmark er et dejligt land...

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aj-flensborg - 2012-01-15 22:53
Also eigtl. sollte da...
Also eigtl. sollte da jetzt ":S" stehen!
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:24
*hehe* Die von Kabel...
*hehe* Die von Kabel Deutschland sind auch nicht viel...
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:23

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Zuletzt aktualisiert: 2012-09-02 16:32

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