Sonntag, 5. Dezember 2010

Eben mal nach...

... Hamburg.

Mit dem SH Ticket für schlappe 30 Euro. Über die Logistik der Bahn habe ich mich ja schon gestern ausgelassen.

Von Hauptbahnhof geht es mit der U3 zu den Landungsbrücken. Auch eine Reise in meine Vergangenheit: Es gab mal Zeiten, da war ich hier... - aber das war...) Ich war mir allerdings nicht sicher, ob ich das HVV Tagesticket für schlappe 5,40 Euro wirklich brauche. Die Tarifbestimmungen sind hier nicht eindeutig, typisch deutsch eben, sehr kundenunfreundlich und offensichtlich bewusst auf Nebulösität setzend.

Die volle U-Bahn verdeutlicht mir mal wieder, dass ich in einem größen Dorf als dem meinen bin. Von den Landungsbrücken geht dann mit der HVV Fähre 62 weiter. Ist schon imposant die Strecke von der Wasserseite aus zu sehen. Wir fahren bis zum Museumshafen Oevelgönne. Auf der Promenade gibts dann den der Jahreszeit und dem Ambiente angemessenenen Glühwein... und weiter am Elbstrand. An dem bemerken wir auch innerhalb einer recht kurzen Zeit eine extreme Schwankung des Wasserstandes der Elbe. Trotz des kalten Wetters eine wunderschöne Tour. Die einsetzende Dämmerung und dann Dunkelheit lassen die gegenüberliegenden Hafenanlagen und einen vorbeifahrenden Kreuzfahrer in einem tollen Lichtermeer erscheinen. -Ich muss hier endlich mal ein paar Bilder enbinden...

Die Rückfahrt geht dann wieder vom Museumshafen Oevelgönne zu den Landungsbrücken. Von dort weiter mit der U3 zur Sternschanze. Der Hunger bringt uns in das erste Restaurant. Das 'Frank und Frei' ist nicht übervoll, auf der Suche nach einem ruhigeren Tisch landen wir im Hinterraum. Dort läuft auch Premiere Sky Sport... Unter trotzdem ist es dort 'kommunikativer' als im vorderen Gastraum.

Die Karte ist reichhaltig. Die Penne sind nicht besonders spektakulär, aber auch wie der Baslikum Lachs mit Bratkatoffeln reichhaltig. Schade, mit ein paar kleinen Veränderungen wäre das Essen sehr gut. So bleibt es nicht schlecht, aber auch nicht gerade ein Muss. Eine Rotwein location ist das 'Frank und Frei' in der Sternschanze auch nicht. Auf Nachfrage wird 'herausgefunden', dass der Cabernet Sauvignon aus Italien kommt... Er ist sehr schlicht und ein bisschen arg flach.

Trotz des Blickes auf die Sky Übertragung ist das Schnacken möglich und die Atmosphäre ist angenehm. Nach dem Schalke das 1:0 gegen die Bayern - es befinden sich merkwürdigerweise befremlicherweise deutlich überwiegend Bayern Anhänger im Raum - ist die Freude (bei mir) groß und wir können gehen ;-) Wir fahren mit der U3 zum Hauptbahnhof an dem wir uns in den Wandelhalle noch einen Glühwein gönnen. Olfaktorisch sind die Freßabteilungen jedoch nicht unbedingt zu empfehlen. Es ist zu viel, zu viel Chaos.

Der Zug steht bereit und die Rückfahrt vor 21:00 bietet einen nicht überfüllten Zug an, der sich ab Rendsburg bis Flensburg auffällig lehrt. Es ist auch nicht gerade der Nachtschwärmer Zug. Aber immerhin Heizung und funktionierende Toiletten werden - was ja erfahrungsgemäß kein Standard ist - von der Regionalbahn gebotenen.

Ein schöne Tour, die nach Wiederholung schreit. Viele Bilder, viel Austausch, ich frage mich, warum sie nicht früher gemacht habe. Ich habe zudem viel, sehr viel input bekommen. Zuhören und sehen sind (auf solchen Touren) das A und O - sowie auch Vergangenheit und Zukunft.

Actionzuschlag

Ist es ein Vorschritt dass im Regionalexpress nach Hamburg heute Mittag die Heizung nicht ausgefallen ist? Der Zug ist übervoll gut frequentiert, da entsteht Wärme von selbst...

Heute im Spezial Angebot des ÖPNV war der Ausfall der Zugtoiletten ab Flensburg. Immerhin noch ein funktionierendes WC in der 1. Klasse. Erstklassig, aber leider nur bis Nortorf. Dann konnte der Zugführer endlich die Toilettenfreiheit verkünden.

Ich danke der Deutschen Bahn für dieses action feature. Ich frage mich allerdings warum ich hierfür nicht zusätzlich zur Ader zur Blase zur Kasse gebeten werde. Thrill ist schließlich ein gut bezahltes Marktsegment. Das verrät uns auch Einblick ein Blick in das tägliche Kack Programm der mainstream Sender.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Referatsvorbereitung

In unseren Bio Freiarbeitsraum bekam ich vor ein paar Tagen folgendes Gespräch dreier Kommilitonen zur Erstellung eines Fragebogens mit:
- Ist es eignetlich immer wenn mit 'ja' antwortet gut und mit 'nein' schlecht?
- Ja.
- Ja.

Beweis abgeschlossen.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Eben mal nach...

... Hannover.

Geht richtig gut. Trotz Schneewetter. Schlappe 320 km - und nochma zurück. Ich bin angenehm überrascht, wie gut sich das machen lässt.

Schlappe 2 Stunden Aufenthalt.

- Überraschung 1: Auf der Suche nach neuen Wischerblättern für meinen Dienstwagen steuer ich fette fünf Tanken (u. a. 2x Shell) an. Vier haben gar keine Wischerblätter, eine nicht die Richtigen. :-(

- Überraschung 2: Ich war zuletzt vor Centonen schlappen 20 Jahre in Hannovers Innenstadt. Dafür kann ich mich ziemlich gut orientieren.

- Überraschung 3: Noch nie war ich so früh - es ist ja noch nich ma Dezember.... - auf der Suche ach nem bestimmten Weihnachtsgeschenk. Doch was macht mir Hannover: Das Suchen nicht leicht. Nix Angemessenenes zu finden , auch nich in Fachläden inner Innestadt. So ungewönlich is die Idee auch nicht. - Hmm. Samstach gehts ins nächste fette Dorf: Hamburg. Ma schauen...

Die Rückfahrt ist interessant: Schneetreiben und ein richtig gutes erbauendes offenes Gespräch. Puzzle Stückchen werden erörtert und fügen sich auf beiden Seiten.

- Ich muss ma wieder Nachdenken...

- Und mit Hannover bin ich (immer noch...) nich fertig; da gibs noch ein paar Ecken...

Sonntag, 28. November 2010

Vom Diezen und suzen

Die Deutschen mache es sich schwer in ihrer Kultur. Die Anrede mit Sie oder du verkompliziert menschliche Verhältnisse oft; es wird auf eine direkte Ansprache dann verzichtet.

Auch meinen viele Deutsche, dass sie ihrem Gegenüber Distanz beweisen müssen. Das ist für ein Volk konsequent, dass sein Schulsystem auch primär auf der Grundlage von Selektion aufbaut.

Lockerer geht es da in schlichteren einfacheren Schichten zu, das Du geht hier, wie auch nach meiner bescheidenen Erfahrung in Männergesellschaften, oft leichter über die Lippen.

Groteskt wird es dann in der Ansprache von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wer hier das Wirrwarr noch nicht wahrgenommen hat, wird zu einer Runde Barbara Salesch glotzen auf Sat1 mit nicht unter vier Folgen verurteilt.

In einem meiner Jobs habe ich es mit 17/18jährigen in einer berufsvorbereitenden Maßnahme zu tun. Nach Meinungsbefragung und aus mir heraus duze ich mich mit ihnen. Genauso wie ich es mit meiner peer group halte. Besser: Ich duzte mich mich mit Ihnen ihnen.

Denn laut Beschluss der Bietergemeineschaft dieser von der Agentur für Arbeit (-slosigkeitsverwaltung) privatisierten Maßnahme sind die Teilnehmer zu Siezen. Auehaueha, es wird mit dem Eintritt ins Berufsleben formel begründet...

Eine fragwürdige Begründung. Ich kann junge Menschen auch in der direkten persönlichen Ansprache ansprechen. Ich muss nicht fraternisieren um einen direkten Kontakt zu bekommen. Mir geht es vielmehr um die Erreichbarkeit und um das Handeln auf Augenhöhe. Als gleich berechigte Partner, auch bei unterschiedlichen Aufgaben. Augenhöhe und Aufrichtigkeit sind mir wichtiger als pseudo Formalitäten beim Unterrichten.

Nun gut. Es gilt Kompromisse zu machen. Ich werde also meine Jugendlichen Siezen. Mit Vornamen anreden und ihnen Dasselbe anbieten. Augenhöhe is das Stichwort.

Das verändert nicht die Qualität des Unterrichts. Durch die Offenlegung dieser ziemlich hirnrissigen Strukturen erhoffe ich mir dennoch das was sich jeder wünscht: Respekt!

Um den mache ich mir keine Sorge. Ich vertraue in meime zu unterrichtende Gruppe. Nicht zuletzt das haben meinen zu Unterrichtenden auch meinerseits zu erwarten: Vertrauen. Vertrauen in ein gleichberechtigten Umgang. Auch bei unterschiedlichen Aufgaben.

Mittwoch, 24. November 2010

Chef Zählung

Ich frag mich wo meine Zeit bleit... Gut, ich hab derzeit mal wieder sieben Jobs und merk das auch deutlich. Nicht einfach zu wissen, für was und wen man jetzt und sofort immer da zu sein hat ;-)

Zu mal ich gestern und heute Chefwechsel erlebt habe. Meine neue Chefin bringt zu ihrer Persönlichkeit was Neues mit. Gesundes Ankommen ist wichtig, nachhaltiges Arbeiten mit Blick auf den Haushalt, die Ökologie.

Ja, das ist sehr angenehm und verspricht noch mehr interessante Impulse... - Gerade weil der Job für sie klar umrissen und nicht herzlich spektakulär ist.

Dienstag, 23. November 2010

Bildungsferne Schichten

Gestern hab ich mir endlich meine Staatsexamensurkunde mein Zeugnis über die Erste Staatsprüfung organisiert. Anders kann ich es nicht nennen, denn wenn ich nicht nachgehakt hätte, wäre sie wohl das Zeugnis noch immer auf dem Dienstweg.

Letze Prüfung am 01. November, Urkunde auch mit diesem Datum ausgestellt und mir dann am 22. November gegeben.

Das ist ganz schön dreist und kann sich nur ein Staatsbetrieb leisten, der das primäre Verwertungsrecht für Hochschulabsolventen zu haben meint. Dass ich mich nicht für den Schuldienst bei den Deutschen bewerben werde, kommt solchen Honks Ministeriellen nicht in den Sinn. Anders lassen sich drei Wochen Bearbeitungszeit nicht mehr mit gesundem Menschenverstand erklären.

Noch erschreckend ist die äußere Form der Staatsexamensurkunde. Auf einem Karton doppelseitig wimmelt es nur von katastrophalen Verstößen gegen alle Formen und guten Sitten des Textsatzes.

Fett, große Letter, verschiedene Schriftgrößen, mal zentriert mal Blocksatz, dazwischen rechtsbündig mit spaltenartigen Einrückungen in Fettsatz, allein auf der ersten Seite mit einem demotiviert dahin schwimmenden farbigen Flaggenlogo Schleswig-Holsteins sind schon Dornen im Auge.

Die Rückseite bietet vier verschiedene Schriftgrößen, bei unterschiedlichen Zeilenabständen und Flattersatz, oben beginnender spaltenartiger Teilaufteilung, einer zweimal fehlenden sinnvoll vernünftigen Absatzformatierung etc.

Ob die Rückseite nochmal meinen Namen enthalten muss, lass ich mal außen vor. Toll ist der Satz:

Herr
Axel Jochen Pioch
hat die
ERSTE STAATSPRÜFUNG
FÜR DIE LAUFBAHN
DER GRUND - UND HAUPTSCHULLEHRERINNEN ODER
GRUND - UND HAUPTSCHULLEHRER
mit der Gesamtnote
xxxx xxx (y,y)
bestanden.


Super, da wird mir gleich die Option der (mehrfachen) Geschlechtsumwandlung angeboten! Oder die Karrienen von Männern und Frauen sind jetzt auf Grund von Quouten gesetzlich anders. Und ich kann endlich wählen.
Danke! Komiker aller Länder - Vereinigt euch!

Graphisch Von der Aufmachung her: Alles zentriert, Zeilen 1-2 Fett, Schriftgröße A, Zeile 3 unfett, Schriftgröße B, Zeilenabstand 1-3 anderthalbzeilig, Zeilen 4-7 Schriftgröße A und Großbuchstaben, Abstand einzeilig, Zeilen 8-10 Abstand wieder anderthalbzeilig, Zeilen 8 und 10 Schriftgröße B, Zeile 9 Schriftgröße A, fett...

Da sind noch mehr Böcke drin; allein die verkehrte nicht konforme Setzung des Trennstrichs lässt mein Herz schneller schlagen.

Nun gut, ich fühle mich bestätigt, dass Rechtschreibung nicht mehr perfekt sein muss. Ich danke dem Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein für diese beeindruckende Leistung im Zeugnis für einen Deutschlehrer. Mit nur drei Wochen Bearbeitungszeit.

Ma ganz ehrlich, Leute: Ein solches dilettantisches Zeugnis ist schon beindruckend. Ich werde es daher formvollendet ablegen: Zwischen Staplerschein und MS Word Kurs Teilnahmebescheinigung.

Montag, 22. November 2010

Merkartig

Gestern abend:

Zweimal habe ich intensiver an bestimmte Menschen gedacht.
Die riefen dann an innerhalb von 120 sec bei mir an...

Aus Sicherheitsgründen habe aufgehört an weitere bestimmte Menschen aus meinem Umfeld zu denken...

;-)

Sonntag, 21. November 2010

Dänische Minderheit stellt Oberbürgermeister in deutscher Stadt

- Das klingt spektakulär.

Ist es aber nicht. Schon vor ein paar Jahren wurde ein Dänin, Caty Kietzer, Stadtpräsidentin in der Landeshauptstadt Kiel. Und das war unspektakulär, im Gegensatz zu den nicht seltenen und nicht unerfolgreichen Kandidaturen von Menschen mit Namen und/oder Vorfahren aus dem türkischen Kulturbereich.
Ja, in Deutschland wird zwischen guten und bösen, äh nicht guten angenehmen und nicht angenehmen Ausländern unterschieden. Nix Neues.

Simon Faber hat die Stichwahl um das Amt des Flensburger Oberbürgermeisters gegen Elfi Heesch gewonnen. Das freut mich, er ist auch mein Kandidat gewesen.

Die Probleme, die auch Elfi hätte angehen müssen, sind nicht gerade gering:
  • die höchste Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein
  • ein sehr hoher Anteil an Hartz IV Familien und Kindern
  • ein fortschreitender Arbeitsplatzabbau (Versatel etc.)
  • die unsichere Finanzierung der Universität Flensburg
  • die Abwanderung von Fachkräften
  • die unzureichende Versorgung mit kompetenten Pflegekräften und Tageseltern
  • ein viel zu hohes Aufkommen an Autos in der Innenstadt
  • die nicht nachhaltige Tourismusförderung
  • das unausgewogene Verhältnis von Innenstadt und Peripheriemärkten
  • die zunehmende Ghettoisierung einiger Gebiete
  • die - ich hätte mich noch weiter auslassen können...
Was ich von Simon erwarte, ist der Blick nach Lösungen in Richtung Norden. Das (Dänemark) ist kein Allheilmittel; ich erwarte aber nichtsdestotrotz nicht immer den Blick nach Süden nach Kiel, sondern auch die Perspektive in Richtung Norden. Denn das wurde in der vergangenen Zeit zu wenig betrieben.

Das Flensburg nicht nur deutsch, sondern auch dänisch ist, wissen Viele. Außer Heiner Brandt und andere anderen Politik- und Geographie Unkendigen.

Das ist dein Auftrag, Simon: Von der deutschen Mehrheit einen dänischen Minderheitenvertreter als Perspektivenentwickler gewollt zu sein.

Nu er det din tur, Simon!
Held og lykke!



P.S.: Lasst uns nicht über die Rechtmäßigkeit von schlappen 23 % Wahlbeteiligung diskutieren. Denn damit würden wir nur die Pfosten apathischen und immer mosernden Nichtwähler unnötig stärken. Wer bei uns nicht zur Wahl geht, soll auch die Klappe halten.

AJs verden

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Also eigtl. sollte da jetzt ":S" stehen!
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:24
*hehe* Die von Kabel...
*hehe* Die von Kabel Deutschland sind auch nicht viel...
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:23

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Zuletzt aktualisiert: 2012-09-02 16:32

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