Sonntag, 28. März 2010

Gesehen: Die Stille nach dem Schuss

Zufällig komme ich an einen Film von Volker Schlöndorff aus dem Jahr 2000: Die Stille nach dem Schuss.

Der schlappe 10 Jahre alte Film legt auch heute immer noch den Finger auf ein Stück der deutschen Geschichte. Dass die Epoche des RAF Terrorismus eine Sache beider deutscher Staaten ist, zeigt er gut auf. Ungewöhnlich ist die Perspektive einer dereren Protagonisten. An die Biographie von Inge Viet angelehnt werden die Bedingungen von RAF Terroristen in der DDR, auch mit ihrem Untergang, dargestellt.

Diese Perspektive ist Stärke und Schwäche. Sie ist eine Schwäche, weil die Darstellung von Alltag und Leben in der DDR auch über 20 Jahre nach den Untergang eines bis heute nicht integrierten Staates nie widerspruchslos sein kann. Die selbe Sichtweise ist aber auch stark, da sie auf ein unliebsames Kapitel, besser ein noch zu wenig bearbeitetes und unverdautes Stück deutscher Geschichte, hinweist.

Ein fast zu netter Film, der schon in der Reihe der ARD Film ab 20:15 zu sehen wäre. Doch dafür ist das Thema nicht massenfähig. Und das spricht nicht gerade für eine Hochkultur in Deutzschland; eher nach einem Streben nach unbelasteteter Welt. Und da stört die RAF Geschichte bestimmt. Also nix für 'Deutschlands Senioren Sender Nr. 1, ZDF' (Harald Schmidt).

Also warten wir weiter auf irgendwelchen spektakulären Archivfunde im Rahmen der Sensationshascherei der Mediokratie. Mindestens (haltbar) bis zu neuen Erkenntnissen ist 'Die Stille nach dem Schuss' ein sehenswerter Film. Als Diskussionsgrundlage.

Dienstag, 23. März 2010

Gemüse statt Krieg

Satire hat es in dieser Zeit schwer. Sie wird häufig von der Realsatire eingeholt.

Bei allem muss im richtigen Leben die Kasse stimmen und das Lehben weitergehen. Nur so lässt sich folgende unfreiwillige Satire erklären:

Brauchtum
Verteidigungsminister Guttenberg neuer Kohlkönig

Berlin (dpa) - Neues Amt und neuer Titel für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: Der fränkische Adelsmann darf sich jetzt auch «Kohlmajestät» nennen. Die Stadt Oldenburg verlieh ihm den seit 1956 jährlich vergebenen Titel beim Grünkohlessen in Berlin. Als Grünkohlkönig 2010 übernahm Guttenberg die Amtsgeschäfte von seiner Vorgängerin, Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die Stadt wirbt mit dem Titel und ihrem «Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten» für sich und ihre Belange. Den Titel bekommen stets bekannte Politiker.

Lesen Sie mehr zum Thema und "Brauchtum" hier.

Nun gut, die Zeit gilt immer noch als seriös. Guttenberg jedoch nicht.
Als Kriegsminister ist er gerade mal auf dem intellektuellen Stand von nach unten schießenden Gemüse. Da reicht es dann konsequenterweise auch nur zum GemüseKohlkönig. Höhenflüge sind ausgeschlossen.

Sonntag, 21. März 2010

Norddeutsche Griller...

... sind härter!

Das gestrige Frühlingsgrillen war prima. Feuchte und auch der zeitweise Regen konnten uns - mal wieder - nicht stoppen.

Nach dem langen Winter waren Einige wie ausgehungert... nicht nur nach Gegrilltem ;-)

Der Tag danach machte dann auch Lust auf mehr/Meer. Die traditionelle Holnis Tour stand heute an. Auch wenn es auf der Windseite es noch recht pustig war, die Sonne entschädigt für Vieles. Abschluss dann mit Kaffee und Kuchen. Traditionell, aber gut ;-)

Freitag, 19. März 2010

Siegfried Lenz: Landesbühne

Gelesen:
Siegfried LENZ: Landesbühne. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2009. 120 Seiten. ISBN 9783455042825.

Siegfried Lenz ist unbestritten einer der großen deutschen Schriftsteller. Im letzten Jahr veröffentlichte der 83jährig die Novelle Landesbühne. Nein, zum Novellenbegriff lasse ich mich hier nich aus; das habe ich schon zuletzt zur Genüge bei meiner Examensklausur getan...

Der Ausgangspunkt ist ebenso abstrus wie komisch: Gefangene einer Haftanstalt verlassen als Theaterleute ungehindert ein Gefängnis. Damit nicht genug; in einer der nächsten kleinen Städtchen werden sie als Kulturbringer der Landesbühne gefeiert.

Gar nicht so abstrus oder absurd ist es jedoch für jemanden, der dörfliche Strukturen erlebt hat. Theater ist auch hier das Stichwort. Weder sind Sein und Schein hier eindeutig, noch sind die Ebenen des Handels in einer scheinbar überschaubaren Welt eindeutig. Die u. a. zitierten Stücke Labyrinth und Warten auf Godot laden zu vielen Interpretationen ein.

Wer Schleswig-Holstein und seine ländlich denkenden Bewohner zu schätzen weiß, genießt das Buch. Gerade weil ich mehrfach beim Lesen lachen musste: Humorlosen Menschen sei von Siegfrieds Schaffen- nicht nur von der Landesbühne - abgeraten.

Die Landesbühne ist ein unkompliziertes Stück Literatur. Es lassen sich die klassischen Merkmale der deutschen Novelle (Rahmen, Höhepunkt[e], Wendepunkt[e] etc.) gut feststellen und die laden zu zahlreichen Interpretationen ein.

Wer sich zu dem mit Germanistik oder Deutsch Profs abgibt, abgeben muss oder umgibt, kommt durch die Darstellung eines Protagonisten noch mehr auf seine Kosten. Für BA Studierende ist die Novelle zudem perfekt: Viel Freiraum in der Interpretation und vom Umfang 'studiengerecht'...

Auch weil von Siegfried eine pointierte Sprache verwendet wird, die Lust auf Weiterlesen macht. Insofern ist ihm wieder ein gutes Stück Integrationsliteratur gelungen: Literatur für Schüler und gleichzeitig für 'bildungshungrige' Erwachsene. - Damit soll aber kein Gegensatz beschrieben sein...

Abschließend zwei Verweise, die zum Nachdenken - nach dem Lesen: Die Beiträge im Tagesspiegel und der blog Eintrag von Shigekuni. Letztem stimme ich nicht immer zu; es ist aber imho ein sehr guter Beitrag.

Donnerstag, 18. März 2010

Aus den Löchern

Eigentlich... eigentlich ist es jedes Jahr das selbe Spiel: Die Sonne ist da, die Temperaturem machen einen leichten Sprung nach oben; ich fange an meine Pflanzen aus dem Winter zu holen. Der erste Teil unserer Topfkulturen vor meiner Hüte bekommt ne radikalen Rückschnitt, wird austriebfähig gemacht oder gar wie der alte Knöterich (Polygonum / Fallopia) entfernt.

.. das Pflanzen Passen ist ja das Eine. Verblüffenderweise wenn ich das jedes Jahr endlich (sic!) wieder mache, kommen Andere auch aus ihren Löchern Hütten...

Und es tut allen gut: Es wird wieder mit geredet und gehandelt. Und sei es lediglich auf der Ebene des 'Arbeitsanweisungen Gebens', des Schnackens über die jüngsten Veränderungen im Innenhof oder auch das gemeinsame Verkosten eines geistigen Getränks.

Fehlt nur noch das weitere Miteinander. Aber das wird kommen und das auch schon recht schnell: Samstag ist Frühlingsanfang; unser traditionelles Grillen steht an :-)))

Dienstag, 9. März 2010

Nur ein paar Tage unterwegs

Schlappe vier Tage war ich nun mit einem meiner Patenkinder unterwegs. Nicht nur dass ich meine Erfahrungen mit Geborgenheit, Großeltern, Trotz und Windeln mit einem update versehen habe.

- Durch Erleben und Nachdenken kann man auch zu Taten kommen, die nicht in der direkten Konsequenz stehen: Wieder zu Hause haben meine Putzmittel einen neuen Platz bekommen. Ein klein bisschen mehr Sicherheit oder auch Umsicht im eigenen Bereich...

Das mit der Umsicht hatten Andere während meiner Abwesenheit nicht: Welcher Vollpfosten hat den erneuten Schneefall direkt vor der Tür meiner Fahrrad Garage zum Haufen aufgetürmt???

Muss der derselbe Vollpfosten sein, der die ersten sprießenden Pflanzen unter einen weiterem Schneeberg versucht hat platt zu machen. Umsicht ist wohl nicht jedermanns Sache...

Sonntag, 7. März 2010

Sprachlich auffällig III

... ist Folgendes:
Hameln hübscht Innenstadt auf
So lautet die Bildunterschrift der Kreiszeitung, Landkreise Diepholz und Nienburg - Hoyaer Wochenblatt auf der Niedersachsenseite der Samstagsausgabe. Immerhin ist der Titel dieser Zeitung schon ein abgeschlossener Roman...

Hameln hübscht Innenstadt auf ist fast so gut, die oft gebrauchte Verabschiedungsformel eines meiner (zahlreichen Ex-) Chefs:
Mach es hübsch!

Sich aufhübschen ...gibs ja auch noch... Nur eins wird mir bei allen Bespielen klar: Sprache ist nicht immer hübsch. Aber wandelbar...

Freitag, 5. März 2010

Sprachlich auffällig II

Gestern Abend war wohl die ECHO Verleihung. Wo auch immer. Ne PR Aktion der Pop Industrie zur Steigerung der Absatzzahlen muss auch publiziert werden. Im morgendlichen Radiogenuss bringt mir NDR 2 den Bericht danach .

Irgendwie muss das Fossil Udo Lindenberg da auch rein geraten sein. Auf Grund seiner Bewegungskoordination oder sprachlichen Absonderungen soll er laut dem NDR Reporter angetrunken gewirkt haben. Udo soll daraufhin entgegenet haben: Ich bin naturstoned.
Respekt. Perfektes Denglish. Die Alten bringens eben doch noch. Oder eben gerade...

Sprachlich auffällig I

....ist Folgendes:

Er kann ein Spiel lesen.

Das Phänomen ist nicht neu und taucht im alpin geprägten Deutsch genauso wie beim Nobelpreisträger aufm Kiez auf.

Früher, ganz früher, in den 80ern, war es mal ein einfacher Spielmacher, der noch einfacher, gut war. Inzwischen wurde im Sport doch noch mehr Intelligenz entdeckt. Was ehrlich gesagt, nicht zwangsläufig ziemlich intelligent ist...

Immerhin kommt die Formulierung im Fußball (ARD) und Handball (DSF) vor. Was für ein Fortschritt... Öffentlich-rechtliche und Private Seit an Seit.

Bei beiden warte ich auch dann auf den ersten digitalen reader - für das Spielfeld und für die Sofa-Liga.

AJs verden

Danmark er et dejligt land...

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Also eigtl. sollte da jetzt ":S" stehen!
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*hehe* Die von Kabel...
*hehe* Die von Kabel Deutschland sind auch nicht viel...
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:23

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Zuletzt aktualisiert: 2012-09-02 16:32

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