Samstag, 20. August 2011

Überlebt - und wieder hergestellt

Für mich ist es ein Geschenk:
Ich kann weiter leben.

Und bin schon wieder so gut wie repariert wieder hergestellt. Keine bleibenden Schäden ;-) Das lag auch an der medizinisch therapeutisch sehr guten Reha. Auch mit ein bisschen am Glück. Denn mein Zimmer im elften Stock mit Blick nicht zum Hafen, sondern in die Kieler Bucht, war keine Selbstverständlichkeit, ein Refugium vor den Massen. Diese Massen (am Strand)... boahh... nix für mich...

Auch wenn die Bedingungen nicht nur zufällig an Haft erinnerten. Die oberste Arroganz war in einer Belehrung zu spüren, die ihres Gleichen suchte. Das der Vortrag noch von einer Ärztin kam, ist eher lustig denn seriös in der Wahrnehmung. (Der Arzteinsatz bei den Arzttermin was allerdings eindeutig ungenügend - vier Ärzte bei vier Terminen pluus ein völlig überflüssiger und unsinniger Termin). Der per Beamer geleistete Vortrag war zu dem dermaßen schlecht, dass diese 'Leistung' selbst im ersten Semester an einer Hochschule als unseriös und 'nicht studienfähig' bewertet werden würde. - Allein der Auftakt war sau komisch: Die Erläuterungen zur Topographie - was hinter der vordergründigen Beschriftung zu sehen wäre...

Nun gut. Die Sache mit der Nachhaltigkeit ist bei dem privatwirtschaftlich agierenden Betreiber nur bedingt angekommen. So wird zum Beispiel Müll getrennt eingesammelt (Papier und Rest) - nur erfährt man das lediglich wenn man mit den Reinigungsleuten mal schnackt – wie entsorgt wird – wer weiß... Auch wird den Patienten zu wenig Verantwortung im organisatorischen Ablauf gegeben. Das betrifft zum Beispiel dass ich einen Sozialberatungstermin nur mit Zustimmung des Arztes haben kann, das antikvierte Alkoholverbot, das zur Lachnummer wird, da im Gastronomiebereich im Hause Alkohol ausgeschenkt wird, und auch das Abschließen des Hauses um 23:00. Klassische deutsche Tradition des Wegschließens von Patienten...

Nun gut. Grenzwertig ist der Speisesaal. Die dort arbeitenden Menschen bemühen sich nach Kräften eine angenehme Atmosphäre aufkommen zu lassen, aber naja... Irgendwann geht es nicht mehr. Die Ansätze der siebziger sind irgendwann veraltet und nicht mehr zu recyceln. Wer zu dem es schwer mit Menschen Massen hat, verzichtet häufiger auf das Büfett für Frühstück und Abendessen. Die Ausstattung der Zimmer mit Kühlschrank und rudimentärer Tee Nische bieten mit ein wenig Eigeninitiative prima Alternativen.

Eine absolute Überraschung waren für mich die Therapien. Und ihre Therapeuten. Ein absolutes Filet Stück war die für mich zentrale Dynamische Trainings Therapie. Sensationell... Förderung in den Bereichen Stand, Sitz, Rumpf/Rücken und Auge-Hand-Koordination. Abgerundet wird dies in der Kerngruppe mit einem offenen Angebot an Freitagen. Die Kerngruppe endet nach dem 60 minütigen Schwerpunkt immer (außer donnerstags wg. Teambesprechung) mit einer Entspannungsphase. Zusätzlich bekommt jeder Patient ein- bis zweimal in der Woche individuelle Krankengymnastik. Die Dynamisierung heißt für jeden Patienten auch dass er anstelle der Kerngruppe zeitweise oder oder ganz an elf verschiedenen Geräte arbeiten kann.

In dem absoluten Top Therapeuten Team ragt H als Leiter der zentralen Kerngruppe heraus. Es hat bei ihm mehr als nur Spaß gemacht. Ich hab ihm Einiges zu verdanken...

So ist die Reha in Damp eine gute Sache für mich gewesen. Ich kann jetzt ein paar Sachen, die ich vor der Erkrankung nicht konnte. Und die ich noch ausbauen werden :-)

Dienstag, 9. August 2011

Kapitalverwertung ist alles

Eine Nachricht aus dem Sportteil (sic!) der Frankfurter Rundschau (Printausgabe) heute:
Siebenjähriger zu Real

Talentförderung extrem: Der spanischen Rekordmeister Real Madrid hat einen siebenjährigen Argentinier verpflichte und ist damit Atletico Madrid zuvorgekommen. Leonel Angel Coira kommt vom Club Moraleja de Enmedio und wird seine ersten Auftritt ‘‘ am 6. September beim Training haben. (dapd)
Das hat auch nix mehre mit Talentförderung zu tun. Da dient das Talent als Argument für den Kapitaleinsatz. Ein solche Form des Verschwindens der Kindheit muss die Augen öffnen, wo hin unsere Sportwelt zielt: Schneller, höher, weiter, pervertierter.

Im Namen von Konzernen, Banken, Versicherungen und anderen wohl- und mildtätigen Sponsoren Organisationen wird über Chancen des Ruhms und Reichtums entschieden.

Auf der Strecke bleibt der Mensch. Sollen Kinder sich zu einem bestimmten Ziel hin entwickeln? Wenn unsere Gesellschaft das zulässt, sind Euthanasie und die Genkontrolle nicht mehr weit. Denn wer möchte schon die Entwicklung eines Menschen mit Trisomie 21/ Down Syndrom finanziell unterstützen? Oder einen Auszubildenden mit Morbus Crohn beschäftigen? Eher ist es wahrscheinlich dass Embryonen bereits einen Vertrag bekommen. Zumindest aber einen Vorvertrag.

Montag, 8. August 2011

Gelesen: ‘Playing in the Light’ von Zoë Wicomb

Ich hab Monate gebraucht um dieses Buch abzuschließen, besser gesagt zu lesen. Zum Einen führte es mich an den Rand meiner sprachlichen Kompetenz [beachte bitte die Vergangenheitsform ;-) ], aber vielmehr ist es nicht schön zu lesen. Und dabei stellt es doch aktuelle und immer noch Phänomene in den Vordergrund.

Nach der Apartheid in Südafrika versucht die Protagonistin Marion ihre eigene Geschichte zu ergründen und entdeckt dass auch ihre Identität nicht so einfach in das gängige Apartheidsschema mit einer Unzahl von rassistischen Zuordnungen passt. So weit, so gut. Dem Leser wird es allerdings von Zoë schwer gemacht sich mit Marion zu identifizieren.

Marion leitet ein Reisebüro, mag aber nicht reisen. Sie sehnt sich nach einem Partner, will diesen jedoch nicht an sich heranlassen. Ein Haufen weiterer Widersprüche in der Figur Marions sorgt nicht gerade für ein Lesevergnügen.

Die unkonventionelle Darstellung von Dialogen machte es mir auch nicht gerade leicht den Lesefluss zu halten. Die Verwendung einiger Afrikaans
Ausdrücke schaffen im Gegensatz hierzu eine realistische Atmosphäre.

Für die Darstellung des Rassenwahns der Apartheidszeit Südafrikas ist das Buch eine wichtige Darstellung. Allerdings fehlt mir hier die Pointierung des Phänomens vom Identitätswechsel in eine akzeptierte Hautfarbe (‘playing in the light‘) als Versteck und Überlebensmöglichkeit. Künstlerisch fehlen mir einige Klarheiten. So gibt es im Handlungsablauf zu langatmige Phasen. Erst in der zweiten Hälfte wird das Buch ansatzweise spannend.

Die angesprochene Suche nach Identität ist aus meiner eurozentrischen Sichtweise nicht gerade gelungen dargestellt. Leider ist mir hierzu in der südafrikanischen Literatur (noch) zu wenig bekannt. Ich setzte da mal auf Hinweise von Anderen…

Dienstag, 19. Juli 2011

Danke für den ehrlichen Müll!

Es schein ja schon en vogue in Mode zu sein, sich mit nachhaltigen Strategien und Produkten zu schmücken. Zertifizieren ist in. Zertifizierungsagenturen und -einrichtungem sind Gelddruckmaschinen.

Dabei wird jeder Scheiß bullshit zertifiziert. Auch mit nem Ökolabel. Perfekt ist hier die Umweltzetiizierung von Atomkraftwerken. Ja, es stimmt, denn die machen letztendlich auch nur Wasser heiß. Oder so.

Das es endlich auch anders geht, zeigt uns überzeugend ehrlich diese Woche die Firma tchibo. Der Handy-Telefonhörer in Pink für schlappe 13 Euros wertet ein Mobiltelefon ungemein auf und ist zu dem hammerpraktisch. Das Ganze gibs aber auch in türkis.

Und spätestens dies macht die Sache eindeutig: Es geht eindeutig auch ohne Nachhaltigkeit. Glückwunsch tchibo Leute, ihr seit der bisher unangefochtene Anwärter auf Innnovationspreise in der Zukunft. Zumindest was Müll angeht.

Montag, 18. Juli 2011

Auch Stehen geblieben?

Eben bekomm ich ne mail, und krich dass Grinsen nich ausm Gesicht. Eine der schönsten Stellen is:
Siezen tue ich eigentlich nur Patienten, Verkäuferinnen, Amtspersonen und Unsympathen.Schöne Mischung...
*rofl*

Freitag, 15. Juli 2011

Endlich!

Dar Ball rollt wieder in der 2. Liga!
Wie genieße ich das Sehen übers Internet :-)

Und morgen beginnt die SAS Liga auch wieder :-)

Donnerstag, 14. Juli 2011

Licht an!

Ach, was waren das noch für Zeiten (1971...) als der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg prophezeihte, dass die Lichter ausgehen werden, wenn Brokdorf nicht ans Netz gehen würde...

Wir sind alle älter und klüger geworden ;-)

Inzwischen wollen viele Christdemokraten aus der nicht beherrschbaren AKW Technik raus und alternative Technologie verspüren einen ökonomischen Boom.

Ein Elektriker, wies auf Nachfrage B. hin, dass ab dem 01. 09.2011 keine Glühbirnen mehr verkauft würden. Er wollte der älteren Dame, Mitte Siebzig, auch nichts verkaufen. Sagt sie.

Sie berichtetete mir über das Gespräch. Zeitloser Höhepunkt war:
"... und diese LSD Birnen gibt es noch nicht!"
Stimmt. Und damit wäre die Geschichte der 60er und 70er wiederholt...

*rofl*

Mittwoch, 13. Juli 2011

Am Leben

Und plötzlich gabs den Riss beim Bloggen. Ich habe die (so gut wie fertigen) Einträge vom 11.03. bis 27.04. nachgetragen. Ich habe danach noch nie so viele Touren durch die Region gemacht, war noch nie so viel neben den Arbeiten in der Natur. Und unterwegs ;-)

Dass biologische Prozesse sind nicht planbar sind, habe ich dann vor ein paar Wochen einzigartig vermittelt bekommen. Auch eine Grenzerfahrung, die mich in vielerlei Hinsicht neu Anfangen lässt. Aber mich auch auf guten Erfahrungen weiter tragen wird. Ich bin auf die Reha gespannt...

AJs verden

Danmark er et dejligt land...

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aj-flensborg - 2012-09-02 16:32
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Wow, ich dachte, ich hätte schon lange nichts mehr...
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-07-23 19:59
Fisch Sonntag (16)
Überbackenes Schollenfilet. Schnell. Lecker. MSC Zertifziert. Salat....
aj-flensborg - 2012-01-15 22:53
Also eigtl. sollte da...
Also eigtl. sollte da jetzt ":S" stehen!
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:24
*hehe* Die von Kabel...
*hehe* Die von Kabel Deutschland sind auch nicht viel...
Ali Schwarzer (Gast) - 2012-01-13 02:23

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Zuletzt aktualisiert: 2012-09-02 16:32

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